Spiritualität

Ostergedanken

 Ostern 2021

„Der Auferstandene war kein Sieger, der auf seine großen Triumphe zurückblickt, sondern ein Geschlagener; kein Mächtiger, der nun seine Macht gesichert sieht, sondern ein Besiegter, der um Gottes willen und aus Liebe zu den Menschen, besonders zu den Ärmsten, ge-kreuzigt wurde. Aber Gott hat sich auf die Seite des Opfers gestellt.

Der Tote ist der Lebendige, der Geschlagene ist der Triumphierende. Gott hat durch die Auferstehung gezeigt, dass er das Alte neu machen, die Niederlage in den Sieg und den Tod ins Leben verwandeln kann.

Daher verkünden wir die Einheit des österlichen Geheimnisses von Tod und Auferstehung Jesu als göttliches und menschliches Drama, in dem das Leiden, die Krise und der Tod eine Rolle spielen, die uns die Überraschung des neuen und

siegreichen Lebens übermitteln.“

                                                      (Leonardo Boff)

 

 

Gerade in der Corona-Zeit ist die österliche Dimension eine große Hoffnung. Das Drama von Leid, Krise und Tod ist uns vielfach nahegekommen. Darin – mit Standpunkt – den feiern, der mitgeht, der neu machen kann und verwandeln – das ist Ostern mitten in der Zeit.

Uns allen „überraschende“ Ostern! wünschen Gasthausrat und Kommunität

 

Osterimpuls 2021

OsternGastkMit Ostern verbindet sich Frühling, Sonne, Licht, neues Leben…

In diesem Jahr ist das im zweiten Jahr hintereinander wieder einmal etwas anders… Das Ostergefühl nach gut einem Jahr Corona ist eine Mischung aus Enttäuschung, Ohnmacht, Gereiztheit und zu-nehmender Ungeduld – trotz der äußeren Sonnenstrahlen zum Fest: unbeschwerte österliche Frühlingsfreude kommt jedenfalls nicht so wirklich auf…

Es ist – wie wenn ein großer Stein auf uns lastet.

Wer könnte uns den Stein wegwälzen?

Das kommt bekannt vor: so ähnlich war auch die Frage gerade im Evangelium – und möglicherweise ging es den Fragestellerinnen ähnlich wie uns zur Zeit: dass sie enttäuscht waren, dass sie ohnmächtig mit ansehen mussten, wie der Tod ihnen den lieben Menschen nahm, dass die Situation sie gereizt und ungeduldig gemacht hat…

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Osterdank und Osterbitten

Maria von Magdala bringt den Aposteln und uns die Gute Nachricht von der Auf-erstehung. Dankbar für die Hoffnung auf wirkliches Leben und in österlicher Freude verbinden wir uns mit der Not der Welt und bitten :

Wir sind dankbar und hoffen, dass die Impfung, die Tests und viel Vorsicht einen Ausweg aus der Corona-Pandemie versprechen. Wir beten für alle, die an Covid19 erkrankt oder in besonderer Gefahr sind.

Wir sind dankbar, dass viele sich und das eigene Leben so stark  einschränken. Wir beten für alle, die hoffen und geduldig warten, dass das Leben bald wieder bunterund geselliger weitergehen darf.

Wir danken für den Frieden in unserem Land und in Europa.Wir beten für die Menschen in Myanmar und Hongkong, in Russland und Belarus und überall, wo die Macht mit Gewalt das Leben und die Freiheit bedroht.

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Gottesdienst zum KARFREITAG

 

Zu dem Volk, das unter der Versklavung des Pharao gebeugt geht,

in Knechtschaft lebt und qualvoll darunter leidet, spricht Gott, der Herr:

Ich habe euer Leiden gesehen. Ich werde da sein,

um das Volk aus jeglicher Unterdrückung zu befreien.

Ich werde es nach Hause führen, in ein Land von Milch und Honig,

denn ich bin euer Gott.

 

Zu dem Volk, das wie ein Spielball der Mächte

und wie ein Opfer des Krieges in der Finsternis verloren umherirrt,

spricht Gott:

Das drückende Joch auf eurer Schulter und den Stock des Treibers,

ich werde sie in Stücke zerbrechen.

Ich habe euer Leiden gesehen, die Berge werden abgetragen,

die Waffen werden in Pflugscharen umgeschmiedet,

denn ich bin euer Gott.

 

Zu dem Volk in der Gefangenschaft,

das die Muttersprache verlernt hat und sein Vaterland nicht mehr kennt,

spricht Gott, der Herr:

Ich habe euer Leiden gesehen. Ich bahne euch einen Weg durch

die Wüste. Ich gebe euch ein Zuhause, eine eigene Zukunft.

Ich mache mit euch einen neuen Anfang. Hier ist euer Gott.

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Impuls zum Karfreitag

 

Mit dem Karfreitag ist Jesus – wie Christen es im Credo versucht haben zu fassen:

„hinabgestiegen in das Reich des Todes“ - zu dem Ort, wo das Wort Liebe nicht mehr hin dringt. Das Reich des Todes: Ort tiefster Verlassenheit und verzweifelter Einsamkeit.

Man kann das glauben oder nicht: die Botschaft des Bildes jedenfalls ist die: Jesus geht dem menschlichen Leiden auf den Grund, er geht ihm nach bis in den tiefsten Abgrund. Er macht keinen Bogen darum.

Gesellschaftlich ist bei uns der Tod weggerückt aus dem Leben. Man begegnet ihm in erster Linie auf dem Bildschirm, mitten in der Wohnung zwar, aber anonym und ohne persönliche Betroffenheit – oder in der Statistik der Coronatoten – als vermittelte Nachricht seit mehr als einem Jahr.

Dafür rückt einem der Vor-tod näher: Ein Mensch, der einem vertraut war ver-schwindet – weg aus dem Gesichts- und Betroffenheitsfeld. Die „Hölle“ heute trägt den Namen Pflegeheim / Demenzstation oder Krankenhaus / Intensivstation. Ich glaube, dorthin würde Jesus heute hinabsteigen, um dem Leid der Menschen auf den Grund zu gehen.

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