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.....die leere Krippe 

In der Adventszeit stand über die Hälfte der Zeit Krippe 2018eine leere Krippe im Raum der Gastkirche. Angemerkt wurde dazu: Weihnachten findet (vielleicht) nicht statt, denn einige haben etwas gegen Juden, Araber,..………          

Die Krippenszenerie in unserer Gastkirche ist nicht leer geblieben und Weihnachten hat stattgefunden, weil Gottes frohe Botschaft sich nicht „ausschließen" lässt, genau so wenig wie die „jüdische" Heilige Familie, die „arabischen" Hirten und Dreikönige...

Ausschluss ist nicht der Weg Gottes mit den Menschen. Die Botschaft von Bethlehem bekommt in einer Zeit, in der gesellschaftlich Gruppen und Parteien Einfluss nehmen, die Minderheiten diskriminieren, gegen Ausländer hetzten und nur sich selbst sehen, noch einmal eine ganz andere Aussagestärke. Die Friedensbotschaft von Bethlehem, die grenzenlos einlädt, darf im neuen Jahr mit uns gehen. Vielleicht ist das unser Beitrag als Christen zu einem guten neuen Jahr.

Weihnachten - mal wieder schreiben...

Weih.-KarteWeihnachtskarten zu schreiben ist ein schöner Brauch. Wer in Recklinghausen Weihnachtskarten mit christlichen Motiven sucht, kann diese im Weltladen der Gastkirche an der Steinstraße1 finden. Auch Karten des Kinderhilfswerkes Unicef werden hier geführt.

Viele Karten sind aus umweltfreundlichem Papier hergestellt. Und nicht nur zur Weihnachtszeit freuen sich Familie, Freunde und Bekannte über eine Postkarte: Im Weltladen gibt es Glückwunschkarten zu vielen Anlässen: Von der Taufe bis zur Firmung, von der Einschulung bis zum Eintritt in den Ruhestand, vom Geburtstag bis zum Jubiläum. Auch Kondolenzkarten, Dank- und Spruchkarten sind hier erhältlich.Schauen Sie gerne einfach mal herein!

Welttag der ArmenArmut b

Es gibt viele Welttage. Der Welttag der Armen, in diesem Jahr am 18. November, ist für uns kein Tag wie alle anderen Tage.
Armut verwundet Menschen; sie fühlen sich wie „ausgesetzt"... draußen davor. „Die Antwort Gottes für die Armen ist immer ein rettendes Eingreifen, um die Wunden der Seele und des Leibes zu heilen, um Gerechtigkeit wiederherzustellen und um zu helfen, das Leben in Würde wieder aufzunehmen", so schreibt Papst Franziskus. Und weiter: „Der Welttag der Armen will eine kleine Antwort der ganzen Kirche in aller Welt an die Armen jeder Art und jedes Landes sein, damit sie nicht denken, ihr Schrei sei auf taube Ohren gestoßen... "

Armut hat viele Gesichter;  viele bleiben im Verborgenen, weil Armut „sich versteckt" (d.h. die Betroffenen sich schämen und versuchen, unerkannt zu bleiben ), manche Gesichter schauen durch unsere Türen an Gastkirche und Gasthaus herein - nicht selten befremdlich oder verstörend, da sie ihre Geschichte mitbringen und ihren „Lebensausdruck". Die bewusste Wahrnehmung von Armut und ihrem jeweiligen Gesicht tut uns menschlich gut, weil das lebensbereichernd ist und zu Gesellschaftsveränderungen hinführen kann, die ein „Mehr" an Gerechtigkeit, Solidarität und Menschlichkeit mit sich bringen.

( Ludger Ernsting )

Romero 1-Oscar Romero

Einen Menschen heilig sprechen bedeutet, ihn als Beispiel und Vorbild für den christlichen Glauben und die Nachfolge Jesu hervorzuheben. Zugleich ist dieser Akt auch die Betonung eines Models von Humanität. Für eine Gesellschaft in der Krise vereint Oscar Romero in sich gesellschaftliche Sensibilität, Option für die Schwächsten, intellektuelle Aufrichtigkeit, Courage und Mut, Dialogfähigkeit sowie die Suche nach und das Zeugnis von der Wahrheit. Nicht ohne Grund haben die Vereinten Nationen Romeros Todestag, den 24. März, zum "Internationalen Tag für das Recht auf Wahrheit über schwere Menschenrechtsverletzungen und für die Würde der Opfer erklärt. Romero ist der einzige Heilige der katholischen Kirche, dem die UNO einen Gedenktag gewidmet hat. Am 24. März 1980 wurde Oscar Arnulfo Romero, der Erzbischof von San Salvador, am Altar erschossen. Es war ein politischer Mord: Die Auftraggeber wollten damit eine Stimme zum Schweigen bringen, die sich immer entschiedener für die vielen Armen des Landes gegenüber der reichen Oberschicht eingesetzt hatte. Er ist ein Vorbild für christliche Nächstenliebe und gleichzeitig für weltweite Solidarität mit den Opfern und ihren Rechten.


„neulich“        -       ElendArmut 2

Die Straßenbahn war rappelvoll. An der Haltestelle näherte sich mit Trippelschritten ein älterer Mann – das personifizierte Elend. Die Füße in den Sandalen waren schwarz, offensichtlich nicht nur vom Schmutz. Die Kleidung schien er nie zu wechseln. Umgeben von einer Gestankwolke aus Schweiß, Urin und Alkohol, hangelte er sich mit der rechten Hand in die Bahn, während die linke eine Flasche Fusel umklammerte. Mit ausdrucklosem Gesicht beobachtete er, was jetzt kam: Wie in Panik flüchteten die Menschen um ihn herum, möglichst weit weg ans andere Ende der Bahn. Schnell stand er allein zwischen vielen leeren Sitzen. Bevor er Platz nahm, drehte er sich zu einer Dame um, die stehen geblieben war, und bot ihr mit einer angedeuteten Verbeugung den Platz neben sich an. Ohne zu zögern, setzte sie sich und blieb mehrere Stationen neben ihm sitzen, bevor sie sich mit einem Kopfnicken verabschiedete. Ursprünglich, bevor das Wort „Elend“ in der Bedeutung „Not, Armut, Unglück“ verwendet wurde, bezeichnete es den Fremden, den Ausgestoßenen, der aus der Gemeinschaft verbannt und ausgeschlossen war.

                                                                                                                   Hans Peter Heinrich