Osteransprache zu Mt. 28, 1-10
(2026 Ludger Ernsting)
Wer von Euch / Ihnen kennt keine Angst?
Als kleiner Junge hatte ich Angst, wenn ich – allein – die Kellertreppe herunter in den spärlich beleuchteten Keller musste, wo hinter dem Apfelregal absolut dunkler Schattenraum war, wo die Schritte anders klangen und wo es im Halbdunkel still war,
so dass ich oft gesungen habe oder gepfiffen, wenn ich in diesen Angstbereich musste…
Als junger Mensch hatte ich Angst vor den Waffenarsenalen der Großmächte rechts und links von uns und als dann noch – im sogenannten „Overkill“ - nachgerüstet werden sollte – hat mich die Angst auf die Straße getrieben… zu den großen Friedensdemonstrationen…- aus Angst vor Zerstörung und Vernichtung...
Mit der Mitte meines Lebens bekam ich immer mehr Angst vor der Rückkehr des Faschismus im Denken, in den Worten und Taten von Mitbürgern in unserem Land… Ich hatte guten Geschichtsunterricht und in der Familie war der Nationalsozialismus und das, was er mit sich gebracht hatte, ein offenes und klares Thema. Rechtsradikalität machte und macht mir Angst…
Und in der letzten Zeit – erlebe ich – verdichtet - Angst um meine kranken Geschwister…
Angst: sie geht mit durch´s Leben- wenn auch unterschiedlich jeweils für den einzelnen und mit einem wechselnden Gesicht in den jeweiligen Lebensphasen:
- Angst um die Partnerschaft
- Angst um ein eigenes Kind ( klein oder groß ) in seiner / ihrer Entwicklung
- Angst,einer beruflichen Herausforderung oder Veränderung nicht gewachsen zu sein


